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FAQ

Was ist Fernwärme?

Das Holzheizkraftwerk Aubrugg produziert sogenannte Fernwärme durch die Verbrennung von Holzhackschnitzel. Fernwärme bedeutet, dass die Wärmeerzeugung nicht unmittelbar am Ort des Verbrauchs geschieht, sondern die vom Kunden genutzte Wärme geliefert wird. Fernwärme wird in einer zentralen Anlage – zum Beispiel einer Kehricht-, Holzschnitzel-, Verbrennungs- oder Kläranlage oder einem Heizkraftwerk – erzeugt und über ein Rohrleitungsnetz den Kunden zum Heizen und zur Warmwasser-Aufbereitung zugeleitet. Bildlich ausgedrückt funktioniert die Fernwärme wie eine grosse Zentralheizung, die Gemeinden, Quartiere, Städte und Regionen mit Wärme von einem oder mehreren großen Wärmequellen versorgt. Als Wärmequellen kommen in Frage: Kehricht, Abwärme aus thermischen Kraftwerken und industriellen Prozessen, Holzschnitzel, Kläranlagen, Geothermie sowie Umweltwärme. Zur Spitzenabdeckung und als Reserve können Erdgas und Öl herbeigezogen werden. Im Holzheizkraftwerk Aubrugg wird die Fernwärme mit Holzhackschnitzeln produziert.

Ist Fernwärme ökologisch?

Weil hauptsächlich erneuerbare Energieträger zum Einsatz kommen und die Abwärme ein Nebenprodukt ist, hilft Fernwärme den Verbrauch von Erdöl und Gas zu senken und ist daher generell ökologisch und nachhaltig. Ein zusätzliches ökologisches Nebenprodukt der Fernwärme-Produktion mit Holzhackschnitzeln wie im Holzheizkraftwerk Aubrugg ist die anfallende Asche, die als Bindemittel in der Betonproduktion verwendet werden kann und dabei die CO2-Emissionen der herkömmlichen Beton-Produktion mit Kalk und Zement deutlich reduzieren kann.

Was macht das Holzheizkraftwerk Aubrugg?Das Holzheizkraftwerk Aubrugg produziert umweltschonend und ökologisch hochwertige Energie für Strom, Warmwasser und Heizungen. Dazu wird ausschliesslich unbehandeltes Frischholz (Waldhackschnitzel, Durchforstungsholz, Landschaftspflegeholz und unbehandeltes Restholz aus der holzverarbeitenden Industrie) aus einheimischen Wäldern und aus der Landschaftspflege verwendet. Das Holz wird zu brennbarem Hackschnitzel verarbeitet und zum Holzheizkraftwerk Aubrugg transportiert, wo aus dem Holz Wärme und Energie gewonnen wird. Die Asche wird für die Betonproduktion verwendet.
Woher stammt das Energieholz für die Fernwärmeerzeugung im Holzheizkraftwerk Aubrugg?

Das Holz stammt aus dem Kanton Zürich und den umliegenden Kantonen im Umkreis von maximal 50 km. So können die anfallenden Emissionen durch den Transport tief gehalten werden. Der Anteil grauer Energie zur Herstellung und Lieferung von Energieholz beträgt ca. 2.5%. Das Holz für die Fernwärmeproduktion wird vorwiegend vom Kronenmaterial der Bäume genommen. Das Holz wird im Wald gehackt und in Schnitzelform ins Holzheizkraftwerk Aubrugg geliefert.

Ist das Verbrennen von Holz umweltverträglich?

Der Wald bereinigt Schadstoffe aus der Luft, speichert Trinkwasser und hat einen positiven Einfluss auf unser Klima. Die Bäume filtern Kohlendioxid (CO2) aus der Luft und verwandeln es in Sauerstoff (O2), der wiederum lebensnotwendige Grundlage zum Atmen ist. Holz speichert auf natürliche Weise die Energie der Sonne und gibt sie durch umweltverträgliche Verbrennung als wärmende Energiequelle wieder ab. Es ist darum egal, ob das Holz in den Wäldern vermodert oder in geeigneten Holzfeuerstätten verbrannt wird. In beiden Fällen wird nur so viel Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wie der Baum zuvor der Atmosphäre entnommen hat. Das freigesetzte Kohlendioxid (CO2) ist die neue Nahrung für unsere Wälder. Diese geben den Sauerstoff (O2) schliesslich an unsere Atmosphäre zurück. Der Treibhauseffekt wird also durch das natürliche Heizen mit Holz vermieden. Holz enthält praktisch keinen Schwefel (S). Das Heizen mit Holz ist demzufolge nicht für den sauren Regen verantwortlich. Holz ist in ausreichendem Masse vorhanden. Die Waldfläche nimmt zu – jährlich um ca. die Fläche des Thunersees. Jedes Jahr wachsen in der Schweiz 10 Mio. m3 Holz nach, jährlich werden ca. 4.5 Mio m3 Holz geerntet. Jährlich könnten weitere 7 bis 8 Millionen m3 Holz geerntet werden, ohne den Wald zu überlasten.

Was ist der Energiegehalt von Holzschnitzel?

Bei einem Wasseranteil von 30% entspricht 1 m3 Schnitzel ca. 1 MWh. Mit 1 m3 Schnitzel können ca. 100 Liter Heizöl eingespart werden. Bei einem Einfamilienhaus rechnet man mit einem durchschnittlichen Heizöl-Verbrauch von rund 15 Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr – inklusive Warmwasser. Wird Heizöl nur zum Heizen eingesetzt, reduziert sich der Durchschnittswert auf ca. 13 Liter.

Wo steht das Holzheizkraftwerk Aubrugg?

Das Holzheizkraftwerk Aubrugg befindet sich im Heizkraftwerk Aubrugg im Autobahndreieck Zürich Ost. Das Gebäude ist wegen seinem 105 Meter hohen Kamin von weitem sichtbar. Damit ist es das zweithöchste Bauwerk in Zürich.

Wann wurde das Holzheizkraftwerk Aubrugg gebautDas Holzheizkraftwerk Aubrugg wurde 2010 gebaut und erstmals in Betrieb genommen.
Wie wird die CO2-Einsparung im CO2-Ticker berechnet?Das HHKW Aubrugg produziert seit 2010 während der Heizperiode von September bis Mai CO2-neutral Fernwärme durch Verbrennung von regional gewonnenem Holz und trägt somit zur «Energiestrategie 2050» bei. Der CO2-Ticker weist die seit 2010 eingesparte Menge CO2 aus im Vergleich zur Wärmeproduktion mit Heizöl (extraleicht). Durchschnittlich wird durch die Fernwärmeproduktion im HHKW Aubrugg pro Heizperiode ca. 40'000 Tonnen CO2 eingespart im Vergleich zur Wärmeproduktion mit Heizöl (extraleicht). Der Ticker läuft während der Heizperiode linear.
Wer hat das Kraftwerk Aubrugg gebaut?Es wurde vom Architekten Pierre Zoelly und dem Ingenieurbüro Basler & Hofmann entworfen und 1977 vom Kanton Zürich in Betrieb genommen. Weitere Informationen mit architektur-historischem Hintergrund können hier entnommen werden.
Wer betreibt das Holzheizkraftwerk Aubrugg?

Die Holzheizkraftwerk Aubrugg AG wurde gegründet, um aus dem erneuerbaren Rohstoff Holz Wärme und Strom zu gewinnen und diese in das bereits bestehende Wärmenetz des Heizkraftwerkes Aubrugg einzuspeisen. Für die Realisierung dieses wegweisenden Projekts haben sich die drei Partner EKZ (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich), ERZ (Entsorgung + Recycling Zürich) und ZürichHolz AG zur HHKW Aubrugg AG zusammengeschlossen. Das Holzheizkraftwerk Aubrugg konnte in das bereits bestehende Heizkraftwerk Aubrugg von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich integriert werden und kann ohne zusätzlichen Personalaufwand betrieben werden. So konnten ideal Synergien genutzt werden: Das Betriebsgebäude stand bereits. Die Anlage konnte ans bestehende Fernwärme- und Stromnetz angeschlossen werden. Das Personal von ERZ übernimmt die technische Betriebsführung, den kaufmännischen Teil übernehmen die EKZ.

Wie funktioniert das Holzheizkraftwerk Aubrugg?

1. Die Energieholz-Stämme und das Kronenmaterial aus den Wäldern im Umkreis von 50 km trocknen ungefähr ein Jahr im Wald, bevor es dort gehackt und per Lastwagen zum Holzheizkraftwerk Aubrugg transportiert wird (die mittlere Transportdistanz beträgt unter 30 km).

2. Die Hackschnitzel werden im Holzlager vom Holzheizkraftwerk Aubrugg zwischengelagert und auf Wassergehalt und Fremdstoffe untersucht.

3. Die Verbrennung der Holzhackschnitzel geschieht in einem der grössten Holzheizkessel der Schweiz. Dieser ist 30 Meter hoch und weist eine Kesselleistung von 42 MW auf.

4. Die Hackschnitzel werden von der Schnitzellagerhalle per Förderband zur Brennstoffdosierschnecke gebracht und von dort in den Heizkessel geleitet.

5. Der untere Teil des Kessels ist mit Sand gefüllt. Der aufgewirbelte Sand dient den Hackschnitzeln als Trägermaterial.

6. Die Temperatur im Feuerraum beträgt 800 °C. Die anfallende Asche wird unterhalb des Heizkessels gesammelt. Die im Holzheizkessel produzierte Wärme erhitzt Wasser zu Dampf mit 500 °C Temperatur und Druck von 80 bar.

7. Damit wird eine 11 MW Kondensationsturbine betrieben, die mit 10’700 Umdrehungen pro Minute einen Generator antreibt, der Ökostrom herstellt. Im Jahresmittel werden ungefähr 40'0000 MWh Strom produziert. Dies entspricht einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 10'000 Haushalten.

8. Die bei der Stromproduktion anfallende Abwärme wird mittels Wärmetauschern umgeformt und ins Fernwärmenetz der ERZ eingespiesen. Die Wärmeleistung ist mit 28 MW weitaus grösser als die Stromleistung. Mit über 110 000 MWh produzierter Wärme in den letzten Betriebsjahren konnte der Jahresbedarf von rund 21'000 Haushalten gedeckt werden.

9. Asche wird gesammelt und zur Betonproduktion weiterverwendet - zum Beispiel auch im «The Circle» am Flughafen Zürich.
Wie finanziert sich das Holzheizkraftwerk Aubrugg?

Die HHKW Aubrugg AG finanziert sich durch den Verkauf der produzierten Wärme an ERZ sowie den Erlös der Stromeinspeisung in das Netz der EKZ. Seit 2019 nimmt das HHKW an dem Programm der KEV-Direktvermarktung mit dem Partner EKZ teil. Weiterhin unterstützt das HHKW die Stiftung KliK mit dem Verkauf der CO2-Emissionsreduktion.

Ist die Energiegewinnung aus Holz klimafreundlich?Allgemein gilt Holz als ein klimaneutraler Brennstoff – die Verarbeitung und der Transport von Holz erzeugt jedoch Treibhausgasemissionen. Fachleute stufen deshalb Holz nur als bedingt klimaneutral ein, obwohl selbst bei einer intensiven Forstwirtschaft die Klimabilanz noch um ein Vielfaches besser ist als bei jedem fossilen Brennstoff. Holz ist also klimafreundlich und erneuerbar, aber im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energiequellen wie Wasser-, Wind- und Sonnenenergie, nicht unendlich verfügbar.
Warum ist die Energie-Gewinnung aus Holz sinnvoll?

Die fossilen Rohstoffe neigen sich langsam dem Ende zu. Holz gilt als nicht-fossiler, klimaneutraler Rohstoff und setzt nur so viel CO2 frei, wie es vorher gebunden hat. Es darf ausserdem im Schweizer Wald nur soviel Holz genutzt werden, wie nachwächst (Nachhaltigkeit). Aktuell wird allerdings viel weniger Holz gewonnen als nachwächst.

Mit dem Holzheizkraftwerk Aubrugg können jährlich ca. 40'000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die innerhalb der Schweiz im Jahr 2017 in die Atmosphäre ausgestossene Menge an Treibhausgasen entspricht 47.2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten (nicht eingerechnet ist der internationale Flug- und Schiffsverkehr). Dies entspricht einem Treibhausgas-Ausstoss von 5.6 t pro Kopf (davon CO2: 4.5 t).Die Fernwärme-Gewinnung durch Holz im Holzheizkraftwerk Aubrugg trägt erfolgreich zur CO2-Reduktion bei, und unterstützt die Schweizer Haushalte bei der Erreichung der «Energiestrategie 2050».

Wieviele CO2 kann jährlich durch das Holzheizkraftwerk Aubrugg eingespart werden?

Das Holzheizkraftwerk Aubrugg wird ausschliesslich in der Heizperiode (von September bis Mai) betrieben. In den bisherigen Heizsaisons produzierte das Holzheizkraftwerk fast 120 GWh erneuerbare Wärme sowie über 40 GWh Strom und konnte somit mehr als 40'000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen pro Jahr. Dies entspricht einer eingesparten Heizölmenge von rund 15 Mio. Litern.

Wieviel CO2 stösst ein*e Schweizer*in im Durchschnitt pro Jahr aus?

Der CO2-Verbrauch pro Kopf ist seit 1990 gesunken. Während Herr und Frau Schweizer vor 28 Jahren im Durchschnitt noch 6.68 Tonnen CO2 ausstiessen, waren es 2017 noch 4.5 Tonnen pro Kopf.

Wieviel muss der CO2-Ausstoss in Zukunft sinken?

Mit der Ratifizierung des Übereinkommens von Paris hat sich die Schweiz verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50% gegenüber 1990 zu senken. Bis in zwölf Jahren muss der schweizweite CO2-Ausstoss noch bedeutend sinken. 2016 war die Schweiz für 47.2 Millionen Tonnen CO2-Ausstoss verantwortlich. Bis 2030 müssen die Emissionen weiter sinken – auf 26.9 Millionen Tonnen pro Jahr, das ist das Ziel. Bis 2050 hat die Schweiz zudem ein Gesamtreduktionsziel von minus 70 bis 85 Prozent gegenüber 1990 unter teilweiser Verwendung von ausländischen Emissionsreduktionen angekündigt.

Was ist ein Schüttraummeter?

Der Schüttraummeter (SRm) entspricht einem geschütteten (S) Raummeter (Rm) Hackschnitzel. Ein SRm entspricht einem Volumen von 1m x 1m x 1m. Die Masseinheit SRm wird im Hackschnitzel-Handel und im Hackschnitzel-Transportwesen verwendet.

Was ist der Unterschied zwischen Bettasche und Flugasche?

Die Feuerung ist eine stationäre Wirbelschicht mit offenem Düsenboden. Um die Wirbelschicht sauber zu halten, wird vom Boden weg kontinuierlich ein Asche-Sandgemisch ausgetragen. Dabei handelt es sich um die Bettasche. Ein Teil der Aschen - die Flugasche - inklusive kleine Anteile an Sand aus der Verbrennung wird mit dem Rauchgasstrom mitgerissen und aus dem Gewebefilter der Rauchgasreinigung abgeschieden. Da als Brennstoff ausschliesslich unbehandeltes frisches Holz aus Wald und Landschaftspflege verwendet wird, können die Aschen als Zuschlagstoff bei der Betonproduktion verwertet werden.